Hund frisst Gras: Ursachen, Warnzeichen und was Du tun kannst
- Grasfressen gehört bei vielen Hunden zum normalen Verhalten und ist meist kein Grund zur Sorge – die meisten Hunde erbrechen danach nicht.
- Entscheidend ist die Veränderung: Frisst Dein Hund plötzlich deutlich häufiger, größere Mengen oder auffallend hektisch Gras, oder kommen Erbrechen, Durchfall oder Appetitverlust hinzu, solltest Du genauer beobachten.
- Grasfressen allein ist kein zuverlässiger Hinweis auf einen Vitamin-, Mineralstoff- oder anderen Nährstoffmangel.
- Notfall: Wiederholtes erfolgloses Würgen mit aufgeblähtem Bauch, starker Unruhe oder vermehrtem Speicheln braucht sofort tierärztliche Hilfe.
- Meide Flächen mit Pflanzenschutzmitteln, Herbiziden oder Düngemitteln sowie unbekannte oder giftige Pflanzen.
- Beobachte Häufigkeit, Menge und Situation des Grasfressens sowie Begleitsymptome wie Erbrechen, Durchfall, Appetitveränderungen oder Unruhe.
- Prüfe, ob das Gras behandelt oder verunreinigt sein könnte und ob die Fütterung bedarfsdeckend und ausgewogen ist.
- Wende Dich bei Warnzeichen oder Unsicherheit an Deine Tierarztpraxis – verzichte auf ungeprüfte Hausmittel oder eigenmächtige Medikamente.
Hinweis: Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen zum Grasfressen bei Hunden und ersetzt keine individuelle tierärztliche Untersuchung. Bei anhaltenden, wiederkehrenden oder unklaren Beschwerden wende Dich bitte an Deine Tierarztpraxis.
Mein Hund frisst Gras – ist das normal?
Ja. Gras- und Pflanzenfressen ist bei Hunden weit verbreitet. Untersuchungen zeigen, dass viele gesunde Hunde zumindest gelegentlich Pflanzen aufnehmen. In einer kleinen Befragung gesunder Hunde mit täglichem Zugang zu Pflanzen hatten 79 % laut ihren Halter:innen bereits Gras oder andere Pflanzen gefressen. In einer weiteren Befragung von mehr als 1.500 pflanzenfressenden Hunden fraßen 68 % täglich oder wöchentlich Pflanzen; Gras war dabei die am häufigsten aufgenommene Pflanzenart. Die Studie basiert auf Halterangaben und ist nicht als populationsrepräsentative Prävalenzstudie zu verstehen.¹
Die meisten Hunde zeigten vor dem Pflanzenfressen keine regelmäßigen Krankheitsanzeichen und erbrachen auch nicht regelmäßig danach. Das spricht gegen die verbreitete Annahme, dass Hunde grundsätzlich Gras fressen, weil ihnen übel ist oder um gezielt Erbrechen auszulösen.
Da Grasfressen bei vielen Hunden zum normalen Verhalten gehört, achte vor allem auf das individuelle Muster:
- Häufigkeit: Frisst Dein Hund deutlich öfter Gras als sonst?
- Menge: Frisst er nur einzelne Halme oder plötzlich deutlich größere Mengen?
- Zeitpunkt und Situation: Tritt es zum Beispiel morgens nüchtern, nach längeren Fresspausen oder rund um Mahlzeiten auf?
- Begleitsymptome: Treten zusätzlich Erbrechen, Durchfall, Appetitverlust, Unruhe, Bauchschmerzen oder Veränderungen des Allgemeinzustands auf?
Eine allgemeingültige Grenze, ab welcher Menge oder Häufigkeit Grasfressen krankhaft ist, gibt es nicht. Frisst Dein Hund plötzlich deutlich häufiger oder größere Mengen als bisher, wirkt das Verhalten auffallend hektisch oder treten gleichzeitig Beschwerden auf, sollte die Ursache genauer abgeklärt werden.
Wann ist Grasfressen harmlos und wann gefährlich?
Grasfressen selbst ist nur selten ein Notfall. Entscheidend sind vor allem Veränderungen im Verhalten Deines Hundes und mögliche Begleitsymptome. Die folgende Einordnung kann Dir helfen, die Situation grob einzuschätzen, ersetzt aber keine tierärztliche Diagnose.
| Beobachtung | Eher unauffällig möglich | Zeitnah abklären | Sofort handeln |
|---|---|---|---|
| Grasfressen | gelegentlich, kleine Mengen, Hund wirkt munter | plötzlich deutlich häufiger, größere Mengen oder auffallend hektisch | – |
| Erbrechen | kein Erbrechen oder einmaliges Erbrechen bei sonst gutem Allgemeinzustand | wiederholtes Erbrechen, besonders innerhalb kurzer Zeit oder mit weiteren Beschwerden | Blut im Erbrochenen; wiederholtes erfolgloses Würgen, besonders mit aufgeblähtem Bauch, starker Unruhe oder vermehrtem Speicheln |
| Kot | unauffällig oder vorübergehend etwas weicher bei gutem Allgemeinzustand | wiederholter oder anhaltender Durchfall; Blutbeimengungen sollten im Zusammenhang mit Menge und Allgemeinzustand beurteilt werden | starker blutiger Durchfall, schwarzer/teerartiger Kot oder Durchfall mit deutlich beeinträchtigtem Allgemeinzustand |
| Allgemeinzustand | munter, normaler Appetit und normales Trinkverhalten | deutlich reduzierter Appetit, Fieber, zunehmende Müdigkeit oder andere Veränderungen | starke Schwäche, Kollaps, starke Schmerzen, deutlich beeinträchtigter Allgemeinzustand oder Wasser kann nicht bei sich behalten werden |
Die Dringlichkeit hängt nicht nur von einem einzelnen Symptom ab. Auch Kombination und Stärke der Beschwerden sowie Alter, Vorerkrankungen und Allgemeinzustand Deines Hundes spielen eine Rolle. Bei Welpen, älteren Hunden und Hunden mit relevanten Vorerkrankungen solltest Du im Zweifel früher tierärztlichen Rat einholen.
Anzeichen, bei denen Grasfressen eher unauffällig sein kann
- Dein Hund frisst nur gelegentlich und in kleinen Mengen Gras.
- Er wirkt dabei und danach munter, frisst und trinkt normal.
- Der Kot ist unauffällig oder nur vorübergehend etwas weicher.
- Es tritt kein Erbrechen auf oder Dein Hund erbricht einmalig und zeigt ansonsten keine weiteren Beschwerden.
Diese Kriterien sind eine Orientierung, keine Entwarnung im Einzelfall. Beobachte weiter, ob sich etwas verändert.
Warnzeichen, bei denen Du handeln solltest
Gelegentliches Grasfressen ohne weitere Auffälligkeiten.
Plötzlich deutlich häufigeres, vermehrtes oder auffallend hektisches Grasfressen, wiederholtes Erbrechen, anhaltender oder wiederholter Durchfall, deutlich reduzierter Appetit oder weitere Veränderungen des Allgemeinzustands.
Blut im Erbrochenen, starker blutiger Durchfall oder schwarzer/teerartiger Kot mit deutlicher Beeinträchtigung, starke Schwäche oder Kollaps, starke Schmerzen oder wiederholtes erfolgloses Würgen zusammen mit einem aufgeblähten Bauch, starker Unruhe oder vermehrtem Speicheln.
Wann solltest Du mit Deinem Hund zum Tierarzt?
Bei folgenden Anzeichen solltest Du Deinen Hund umgehend tierärztlich vorstellen:
Wiederholtes Grasfressen ohne solche Notfallzeichen kann dennoch abklärungsbedürftig sein, wenn es sich deutlich vom bisherigen Verhalten unterscheidet oder zusammen mit anderen Beschwerden auftritt. Eine feste Häufigkeits- oder Zeitschwelle, ab der Grasfressen krankhaft ist, gibt es nicht.
Bei einem aufgeblähten Bauch und erfolglosem Würgen findest Du weitere wichtige Hinweise im Ratgeber Magendrehung beim Hund.
Warum fressen Hunde Gras?
Warum Hunde Gras fressen, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich können je nach Hund unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen und mehrere davon gleichzeitig auftreten. Mögliche Erklärungen sind normales beziehungsweise teilweise angeborenes Verhalten, individuelle Vorlieben und erlerntes Verhalten, Magen-Darm-Unwohlsein, Faktoren rund um Fütterung und Verdauung sowie Stress oder andere verhaltensbezogene Einflüsse.
Normales oder instinktives Verhalten
Für viele Hunde scheint Grasfressen zum normalen Verhaltens- und Fressrepertoire zu gehören, ohne dass eine Erkrankung oder ein Nährstoffmangel dahinterstehen muss. Pflanzen- und Grasaufnahme ist auch bei wildlebenden Caniden beschrieben. Das unterstützt die Hypothese, dass Pflanzenfressen bei Haushunden zumindest teilweise eine angeborene, evolutionär erhaltene Verhaltenskomponente haben könnte.
Auch bei jungen Hunden ist Gras- und Pflanzenfressen häufig zu beobachten. Bei Welpen ist dennoch besondere Aufmerksamkeit sinnvoll, weil sie beim Erkunden ihrer Umwelt leichter ungeeignetes oder potenziell gefährliches Material aufnehmen. Bei wiederholtem Erbrechen, Durchfall, Futterverweigerung oder beeinträchtigtem Allgemeinzustand solltest Du frühzeitig tierärztlichen Rat einholen.
Magenreizungen, Übelkeit oder Unwohlsein
Bei einzelnen Hunden kann vermehrtes Grasfressen im Zusammenhang mit gastrointestinalem Unwohlsein auftreten. Ob dabei beispielsweise Übelkeit, eine Magen-Darm-Reizung oder andere Beschwerden eine Rolle spielen, lässt sich allein anhand des Grasfressens jedoch nicht feststellen.
In einer kleinen kontrollierten Beobachtungsstudie mit zwölf Hunden wurde Gras häufiger vor als nach einer Mahlzeit gefressen. Außerdem nahm das Grasfressen im Tagesverlauf ab. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass unter anderem Sättigung und Tageszeit das Verhalten beeinflussen können.²
Mehr zu möglichen Beschwerden des oberen Magen-Darm-Trakts erfährst Du in unserem Ratgeber Sodbrennen beim Hund. Grasfressen allein ist jedoch kein Beweis für Reflux oder Sodbrennen.
Langeweile, Stress oder erlerntes Verhalten
Auch verhaltensbezogene Faktoren wie Langeweile, Stress oder erlerntes Verhalten werden als mögliche Einflussfaktoren diskutiert. Wie bedeutsam sie speziell für das Grasfressen sind, ist wissenschaftlich bislang nur unzureichend untersucht.
Solche Beobachtungen können Hinweise darauf geben, dass verhaltensbezogene Faktoren eine Rolle spielen. Sie schließen eine medizinische Ursache jedoch nicht aus.
Ernährung, Ballaststoffe und Verdauung
Da Gras Ballaststoffe enthält, wird diskutiert, ob die Ballaststoffversorgung bei einzelnen Hunden das Grasfressen beeinflussen könnte. Aus einzelnen Beobachtungen lässt sich jedoch kein allgemeiner Zusammenhang ableiten. Grasfressen allein ist kein Hinweis darauf, dass die Fütterung zu wenig Ballaststoffe enthält.
Eine individuell passende, gut verträgliche Ernährung mit geeigneten Ballaststoffquellen kann die Darmfunktion und eine normale Kotkonsistenz unterstützen. Ob und in welchem Maß die Zusammensetzung der Fütterung beeinflusst, wie häufig ein Hund Gras frisst, ist bislang nicht ausreichend geklärt. Bei auffälligem oder verändertem Grasfressen kann es dennoch sinnvoll sein, die Fütterung als einen möglichen Einflussfaktor mit zu betrachten.
Wenn Du mehr über das Darmmikrobiom und geeignete Unterstützungsmaßnahmen erfahren möchtest, findest Du weitere Informationen im Ratgeber Darmflora beim Hund aufbauen.
Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
Häufiges oder plötzlich verändertes Grasfressen kann bei einzelnen Hunden auch gemeinsam mit einer Erkrankung des Magen-Darm-Trakts auftreten. Dazu gehören beispielsweise akute oder chronische Magen-Darm-Entzündungen, Parasitosen, Fremdkörper oder andere Erkrankungen, die mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall einhergehen können. Grasfressen allein lässt jedoch keinen Rückschluss auf eine bestimmte Erkrankung zu.
Bei wiederkehrenden oder kombinierten Verdauungsbeschwerden findest Du einen breiteren Überblick in unserer Themenwelt Magen & Darm beim Hund.
Hund frisst Gras und erbricht: Was kann dahinterstecken?
Viele Halter:innen befürchten, ihr Hund fresse Gras gezielt, um sich zu übergeben. Die vorhandenen Untersuchungen sprechen gegen einen solchen Automatismus. In einer kleinen Beobachtungsstudie mit zwölf Hunden folgte nur auf 5 von 709 beobachteten Grasfress-Ereignissen Erbrechen. Erbricht Dein Hund nach dem Grasfressen, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass er das Gras gezielt aufgenommen hat, um Erbrechen auszulösen.²
Mehr zu Ursachen, Warnzeichen und Einordnung findest Du in unserem Ratgeber Erbrechen beim Hund.
Hund frisst Gras und erbricht gelb
Gelbliches Erbrochenes oder gelber Schaum enthält häufig Galle. Das kann unter anderem nach einer längeren Nüchternphase auftreten, lässt aber allein anhand der Farbe keinen sicheren Rückschluss auf die Ursache zu. Ein einmaliges Ereignis bei einem ansonsten munteren Hund kann zunächst beobachtet werden. Tritt das Erbrechen wiederholt auf oder kommen weitere Beschwerden hinzu, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Hund frisst Gras und erbricht weißen Schleim oder Schaum
Weißlicher Schleim oder Schaum kann bei Erbrechen aus Speichel, Flüssigkeit und Magensekret bestehen. Anhand von Farbe und Konsistenz allein lässt sich die Ursache nicht bestimmen. Tritt das Erbrechen wiederholt auf oder kommen Appetitverlust, Durchfall, Bauchschmerzen oder Veränderungen des Allgemeinzustands hinzu, sollte Dein Hund tierärztlich untersucht werden.
Hund frisst viel Gras und erbricht nicht
Dass Dein Hund nach dem Grasfressen nicht erbricht, ist zunächst nichts Ungewöhnliches: Die meisten Hunde erbrechen danach ohnehin nicht. Frisst er jedoch plötzlich deutlich größere Mengen oder wesentlich häufiger als bisher, solltest Du zusätzlich auf Appetit, Kot, Allgemeinbefinden und weitere Verhaltensänderungen achten.
Hund frisst Gras und hat Durchfall
Grasfressen und Pfotenlecken können gleichzeitig auftreten, ohne dass zwischen beiden ein direkter Zusammenhang besteht. Wiederholtes oder intensives Pfotenlecken kann beispielsweise bei Juckreiz, Haut- oder Pfotenproblemen, Allergien, Schmerzen oder verhaltensbezogenen Ursachen auftreten.
Bei manchen Erkrankungen können gleichzeitig Haut- und Magen-Darm-Beschwerden bestehen – aus der Kombination von Grasfressen und Pfotenlecken lässt sich jedoch keine bestimmte Ursache ableiten. Leckt Dein Hund seine Pfoten häufig oder intensiv, sollte deshalb vor allem die Ursache des Pfotenleckens selbst abgeklärt werden.
Hund frisst Gras und leckt Pfoten
Grasfressen und Pfotenlecken können gleichzeitig auftreten, ohne dass zwischen beiden ein direkter Zusammenhang besteht. Wiederholtes oder intensives Pfotenlecken kann beispielsweise bei Juckreiz, Haut- oder Pfotenproblemen, Allergien, Schmerzen oder verhaltensbezogenen Ursachen auftreten.
Bei manchen Erkrankungen können gleichzeitig Haut- und Magen-Darm-Beschwerden bestehen – aus der Kombination von Grasfressen und Pfotenlecken lässt sich jedoch keine bestimmte Ursache ableiten. Leckt Dein Hund seine Pfoten häufig oder intensiv, sollte deshalb vor allem die Ursache des Pfotenleckens selbst abgeklärt werden.
Hund frisst Gras und frisst nicht
Appetitlosigkeit ist ein eigenständiges Warnzeichen und muss nicht automatisch mit dem Grasfressen zusammenhängen. Lässt ein ansonsten munterer erwachsener Hund einmalig eine Mahlzeit aus und zeigt keine weiteren Auffälligkeiten, kann er zunächst beobachtet werden. Frisst Dein Hund länger als etwa 24 Stunden nicht, sollte dies tierärztlich abgeklärt werden. Bei Welpen, älteren oder vorerkrankten Hunden sowie bei zusätzlichen Symptomen solltest Du früher Rat einholen.
Achte auch darauf, ob Dein Hund ausreichend trinkt und Flüssigkeit bei sich behalten kann. Verweigert er Wasser vollständig oder erbricht er aufgenommenes Wasser wiederholt, solltest Du früher tierärztlichen Rat einholen.
Hund frisst Gras und ist unruhig
Unruhe kann viele Ursachen haben und lässt sich von außen nicht immer eindeutig als verhaltensbedingt oder körperlich einordnen. Hinweise auf körperliches Unwohlsein können zum Beispiel zusätzliches Schmatzen oder Speicheln, wiederholtes Schlucken, Erbrechen oder Würgen, eine angespannte Körperhaltung, Berührungsempfindlichkeit am Bauch oder eine Gebetsstellung sein.
Für einen situativen oder verhaltensbezogenen Einfluss kann sprechen, wenn das Verhalten zuverlässig in bestimmten aufregenden oder belastenden Situationen auftritt und wieder verschwindet, sobald die Situation vorüber ist, ohne dass zusätzliche körperliche Beschwerden bestehen. Starke Unruhe zusammen mit wiederholtem erfolglosem Würgen, vermehrtem Speicheln oder einem zunehmend aufgeblähten Bauch ist dagegen ein Notfall.
Besteht ein Mangel, wenn ein Hund Gras frisst?
Grasfressen allein ist nach heutigem Wissensstand kein zuverlässiger Hinweis auf einen Vitamin-, Mineralstoff- oder anderen Nährstoffmangel. In den bisherigen Untersuchungen wurde Gras- beziehungsweise Pflanzenfressen häufig bei ansonsten gesunden Hunden beobachtet. Ein allgemeiner Zusammenhang zwischen Grasfressen und einer unzureichenden Nährstoffversorgung ließ sich daraus nicht ableiten.
- Bei einer bedarfsdeckenden und ausgewogenen Ration ist ein relevanter Nährstoffmangel grundsätzlich weniger wahrscheinlich.
- Normales Grasfressen sollte nicht automatisch mit Pica gleichgesetzt werden. Persistierende Aufnahme von Nicht-Futter-Gegenständen wie Steinen, Stoff oder Plastik ist anders zu bewerten.
- Wenn Du unsicher bist, ob die Ration Deines Hundes ausgewogen und bedarfsdeckend ist, kann eine individuelle Rationsanalyse sinnvoll sein.
Dürfen Hunde Gras fressen – oder solltest Du es verhindern?
In den meisten Alltagssituationen spricht nichts dagegen, Deinen Hund gelegentlich an unbehandeltem Gras knabbern zu lassen. Wichtig ist der Kontext: Woher stammt das Gras, wie viel frisst Dein Hund davon, und zeigt er dabei oder danach Auffälligkeiten?
Achte besonders auf folgende Risiken:
- Behandelte Flächen: Meide Flächen, die möglicherweise mit Pflanzenschutzmitteln, Herbiziden oder Düngemitteln behandelt wurden.
- Unbekannte oder giftige Pflanzen: Achte darauf, dass Dein Hund beim Grasen keine unbekannten oder potenziell giftigen Pflanzen oder Pflanzenteile mit aufnimmt.
- Schnecken und Nacktschnecken: Sie können Zwischenwirte des Lungenwurms Angiostrongylus vasorum sein. Hunde können sich infizieren, wenn sie infizierte Schnecken oder Nacktschnecken aufnehmen, auch versehentlich beim Fressen oder Erkunden im Freien. Bei Hunden, die häufig Gras fressen oder Schnecken aufnehmen, kann das individuelle Infektionsrisiko bei der Parasitenprophylaxe berücksichtigt werden.
Ob eine gezielte Prophylaxe gegen Lungenwürmer sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risiko und der regionalen Verbreitung ab. Deine Tierarztpraxis kann Dich zu geeigneten Untersuchungs- und Prophylaxemaßnahmen beraten.
Was kannst Du tun, wenn Dein Hund Gras frisst?
Gelegentliches Grasfressen ohne weitere Auffälligkeiten ist bei Hunden häufig und zunächst meist kein Grund einzugreifen. Wenn Dir das Verhalten auffällt oder es sich verändert, kann eine kurze Dokumentation für die weitere Einordnung hilfreich sein.
- Häufigkeit und ungefähre Menge des Grasfressens
- Zeitpunkt und Situation, zum Beispiel morgens nüchtern, rund um Mahlzeiten oder in bestimmten Alltagssituationen
- Erbrechen, Würgen, Durchfall oder Veränderungen der Kotbeschaffenheit
- Appetit und Trinkverhalten
- Schmatzen, vermehrtes Speicheln, Unruhe oder Hinweise auf Bauchschmerzen
- Veränderungen gegenüber dem bisherigen Verhalten
Sinnvoll beobachten – lieber vermeiden
| Sinnvoll beobachten | Lieber vermeiden |
|---|---|
| Häufigkeit, Menge und Zeitpunkt des Grasfressens notieren | Bei Beschwerden auf eigene Faust Hausmittel oder Medikamente einsetzen, statt die Ursache abklären zu lassen |
| Allgemeinzustand, Appetit und Trinkverhalten im Blick behalten | Erbrechen eigenmächtig auslösen oder mit Medikamenten zu unterdrücken versuchen |
| Erbrechen, Würgen, Durchfall und Veränderungen der Kotbeschaffenheit beobachten | Den Hund auf möglicherweise frisch gedüngten, gespritzten oder anderweitig behandelten Flächen Gras fressen lassen |
| Bei Warnzeichen die Tierarztpraxis kontaktieren – bei Notfallzeichen sofort handeln | Warn- oder Notfallzeichen abwarten, statt tierärztlichen Rat einzuholen |
Bei unkomplizierten Verdauungsbeschwerden kann eine angepasste Fütterung Teil des Managements sein. Wann Schonkost sinnvoll ist und wann nicht, erfährst Du im Ratgeber Schonkost für Hunde.
Kann man häufigem Grasfressen vorbeugen?
Gelegentliches Grasfressen ohne weitere Auffälligkeiten muss in der Regel nicht verhindert werden. Hat sich das Verhalten deutlich verändert, hängt das weitere Vorgehen von der möglichen Ursache ab. Eine bestimmte Maßnahme, mit der sich Grasfressen zuverlässig verhindern lässt, ist nicht bekannt.
Sinnvoll können je nach Situation sein:
- eine ausgewogene, bedarfsdeckende und individuell gut verträgliche Ernährung
- ausreichend Bewegung, Beschäftigung und Ruhephasen, wenn verhaltensbezogene Faktoren eine Rolle spielen könnten
- die Beobachtung, ob das Grasfressen mit bestimmten Situationen, Fütterungszeiten oder weiteren Beschwerden zusammenhängt
Vermutest Du eine medizinische Ursache oder treten zusätzliche Beschwerden auf, sollte diese zunächst tierärztlich abgeklärt werden.
Noch Fragen zum Grasfressen bei Deinem Hund?
Wenn zusätzlich Beschwerden auftreten oder Du die Situation medizinisch einordnen lassen möchtest, kannst Du sie in der tierärztlichen Online-Beratung von DGT MEDICAL besprechen. Geht es vor allem um die Zusammensetzung, Bedarfsdeckung oder Mahlzeitenverteilung, ist die Ernährungsberatung für Hunde die passendere Anlaufstelle.
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Dass Hunde gelegentlich Gras fressen, ist ein ganz natürliches Verhalten und für sich genommen kein Grund zur Sorge. Tritt es jedoch gehäuft auf oder zeigt Dein Hund zusätzliche Symptome wie weichen Stuhl, Appetitlosigkeit oder erkennbaren Stress, kann die passende Unterstützung aus unserem Sortiment Verdauung und Nervenkostüm zusätzlich ausgleichen. Das ersetzt aber keine tierärztliche Abklärung oder Behandlung.
Bei bekannten Stresssituationen
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Bei zusätzlichen Verdauungsbeschwerden
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Ergänzungsfuttermittel mit Mariendistelpulver, Sojaproteinhydrolysat sowie Vitaminen und Mineralstoffen; unterstützt bei ernährungs- oder stoffwechselbedingtem Kotfressen, das nicht selten gemeinsam mit anderem ungewöhnlichem Fressverhalten wie Grasfressen auftritt.
Fazit
Beobachten. Veränderungen ernst nehmen. Bei Warnzeichen abklären lassen.
Grasfressen gehört bei vielen Hunden zum normalen Verhalten und ist für sich allein kein zuverlässiges Zeichen für einen Nährstoffmangel oder eine Erkrankung. Wichtig sind Veränderungen gegenüber dem individuellen Normalverhalten sowie Begleitsymptome wie wiederholtes Erbrechen, anhaltender Durchfall, Appetitverlust, Bauchschmerzen, deutliche Müdigkeit, Schwäche oder andere Veränderungen des Allgemeinzustands. Achte außerdem darauf, dass Dein Hund kein behandeltes Gras, unbekannte Pflanzen oder Fremdmaterial aufnimmt. Bei Warn- oder Notfallzeichen solltest Du tierärztlichen Rat einholen.